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Löffler
15-07-2010 300 Millionen Euro - Krankenkassen zehren vom Vorjahr
  Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr etwas mehr Gewinne verbucht als erwartet. Der Überschuss lag rund 300 Millionen Euro höher als zunächst geschätzt und betrug 1,4 Milliarden Euro. Das kommt den Versicherten jetzt zugute.
"Ohne diesen Überschuss im vergangenen Jahr müssten bereits heute deutlich mehr Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben", sagte Verbandssprecher Florian Lanz am Mittwoch, 14.07.2010. Das Gesamtergebnis sage aber nichts über die jeweilige Finanzlage der 163 Kassen. Mehr als ein Dutzend erheben Zusatzbeiträge - die meisten davon 8 Euro pro Monat. In diesem Jahr fehlen den Kassen laut Schätzerkreis für die Krankenversicherung 3,1 Milliarden Euro. Zur Deckung dieser Lücke blieben den Kassen nur Zusatzbeiträge oder gegebenenfalls Rücklagen, erläuterte Lanz. Nach den nun bekanntgewordenen endgültigen Rechnungsergebnissen nahmen die Kassen im vergangenen Jahr 172,2 Milliarden Euro ein und gaben 170,8 aus. Den größten Überschuss hätten die Ortskrankenkassen mit 916 Millionen Euro eingefahren, bestätigte der AOK-Bundesverband. Das seien 1,4 Prozent der AOK-Ausgaben von insgesamt 64,2 Milliarden Euro. Diese Kassen mit überdurchschnittlich vielen Älteren profitieren besonders vom Anfang 2009 eingeführten Gesundheitsfonds, der höhere Zuweisungen für Chroniker brachte. Insgesamt ist der leicht höhere Überschuss auf normale Schwankungen seit der Schätzung zurückzuführen, hieß es aus den Kassen. Der Branchenführer Barmer GEK mit 8,6 Millionen Versicherten will bis Jahresende ohne Zusatzbeiträge auskommen und auch ohne diese Extrabeiträge ins kommende Jahr starten, wie Sprecher Athanasios Drougias mitteilte. Dies liege vor allem am Vorhaben der Regierung, den Beitragssatz 2011 von 14,9 auf 15,5 Prozent heraufzusetzen und die Honorarzuwächse unter anderem bei den Hausärzten zu begrenzen. Die Kasse gewann seit Jahresbeginn 240 000 neue Mitglieder hinzu, was einen Nettozuwachs von 60 000 brachte. Ungeachtet der neuen Finanzzahlen fehlen dem Gesundheitsfonds langfristig rund 2,5 Milliarden Euro. Die Geldsammelstelle für die Kassen schleppt dieses Defizit mit, ohne dass es sich unmittelbar auf die Finanzlage einzelner Kassen auswirkt. Würde der Fonds abgeschafft, müsste das Geld aber aufgebracht werden. dpa
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