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| 20-04-2010 |
Katastrophales Zeugnis für Bewerber | |
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Deutschlands Unternehmen klagen über die Qualifikation junger Bewerber. Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmenschefs rügen mangelnde Bildung, Disziplin und Belastbarkeit der Schulabgänger. Das hat Folgen: Eine Vielzahl der Betriebe besetzt Ausbildungsplätze gar nicht erst - wegen zu schlechter Bewerber. |
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Nur mit Nachhilfe zum Azubi. Gut die Hälfte der deutschen Unternehmen organisiert mittlerweile Nachhilfe für ihre Lehrlinge. Dies ergab eine veröffentlichte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Doch selbst das reicht nicht immer.
Im Jahr 2009 blieben vielmehr rund 50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt, überwiegend weil geeignete Bewerbungen fehlten, heißt es in der DIHK-Umfrage unter 15.333 Unternehmen aus Industrie, Versorgungs- und Dienstleistungsbranchen. Fast die Hälfte der Betriebe bemängelte etwa Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit und Disziplin der Bewerber.
Nachhilfe im Unternehmen sei deshalb zum Regelfall geworden. So nutzten rund 30 Prozent der Betriebe die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Bundesagentur für Arbeit. Andere gingen mit ehrenamtlichen Paten oder mit Praxistagen schon für Schüler gegen fehlende Reife an.
Im Durchschnitt gaben 63 Prozent der Betriebe an, sie konnten Ausbildungsplätze mangels geeigneter Bewerber nicht besetzen. Überdurchschnittlich schnitt mit 61 Prozent die Bankenbranche und mit 62 Prozent die Industrie ab.
Nach Branchen betrachtet hatten IT- und Medienbetriebe und das Gastgewerbe die größten Probleme bei der Suche nach Auszubildenden. 71 beziehungsweise 70 Prozent gaben an, sie hätten keine geeigneten Bewerbungen erhalten. Allerdings gaben auch 16 Prozent der befragten Gastbetriebe an, niemand habe sich für eine Lehrstelle gemeldet. Dies ist mit Abstand der höchste Anteil dieser Kategorie. Nur das Baugewerbe kommt mit 11 Prozent noch in den zweistelligen Bereich.
Die Linksfraktion im Bundestag forderte als Konsequenz auf die fehlende Ausbildungsreife eine Reform des deutschen Schulsystems. Das gegliederte Schulsystem müsse aufgebrochen werden, sagte die Bildungsexpertin Rosemarie Hein. Offensichtlich würden im gegliederten Schulsystem nicht alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer individuellen Leistungsfähigkeit gefördert, "sondern es wird aussortiert". Darum fordere die Linke nachdrücklich den Umstieg zu einem Schulsystem mit einer Gemeinschaftsschule für alle Kinder.
Dpa |
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