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5. Bauetappe und ihre Bauprojekte |
| Seit dem ersten Betriebsjahr des Flughafens Zürich im Jahr 1949 haben sich die Starts und Landungen ungefähr versechsfacht, und die heutige Passagiermenge von zwei Tagen entspricht dem eines ganzen Betriebsjahres vor rund 50 Jahren. Im Jahr 2001 flogen 21 Millionen Passagiere in Zürich ab oder landeten hier. Trotz der gegenwärtig schwierigen Situation der Aviatikbranche ist für die Zukunft mit steigenden Passagierzahlen zu rechnen. Die dafür notwendigen Kapazitäten werden durch die 5. Bauetappe bereitgestellt. Mit dem Ausbau trägt die Unique aktiv dazu bei, dass Flugreisen ab Zürich auch in der Zukunft passagierfreundlich und mit hoher Servicequalität verlaufen werden.
Auf der Luftseite umfasst die fünfte Bauetappe insbesondere das zusätzliche Dock Midfield und das Airside Center am Flughafenkopf zur Erweiterung der Abfertigungskapazitäten und zur Verbesserung von Dienstleistungsangebot und -qualität. Landseitig erhält der Flughafen eine neue Check-in-Halle direkt über den Bahngleisen, um so Zug und Bus optimal und mit für die Passagiere kurzen Wegen mit dem Flugverkehr zu verknüpfen. Weiter werden privater und öffentlicher Straßenverkehr völlig entflochten für eine einfachere und übersichtlichere Gestaltung des Zubringerverkehrs.
Zusätzliche Dockstandplätze und ein erweitertes Rollwegnetz mit Überholmöglichkeiten verbessern die Flugzeugabfertigung und bereiten Zürich für die Einführung neuer Generationen von Flugzeugen vor. Zentrale Enteiserplätze ermöglichen künftig das Sammeln der anfallenden Abwässer, die anschließend in einem biologischen Reinigungsverfahren gereinigt werden.
Die Flughafenlogistik wird durch neue Verbindungen und Tunnels optimiert. Dazu gehört insbesondere auch eine seilgezogene Luftkissenbahn "Skymetro", die das Dock Midfield mit den bestehenden Terminalbauten verbindet. Auch die Modernisierung des Gepäcksystems passt sich an die Kapazität des ausgebauten Flughafens an.
Die Auswahl der Hochbauprojekte geschah in einem wettbewerbsähnlichen Verfahren. Die von der Bauherrschaft ausgewählten Planerteams mit Architekten, Ingenieuren und weiteren Spezialisten sind für die Projektierung und Realisierung der Bauten zuständig. |
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Top-moderner Ankerplatz: Dock Midfield |
| In rund 1 km Entfernung von den bestehenden Terminalbauten, zwischen den drei Pisten gelegen, schwebt der schlanke Glaskörper des Docks Midfield über seinem zurückgesetzten Erdgeschoss. Als Ergänzung zu den bestehenden Fingerdocks A und B bietet das Dock Midfield je nach Flugzeuggröße bis zu 27 Dockstandplätze.
In interdisziplinärer Zusammenarbeit von Architekten, Bauingenieuren und Haustechnikern schon im Entwurfsprozess erarbeitete die ARGE Zayetta ein Konzept, das jenseits rein ökonomischer oder rein formaler, ästhetischer Gesichtspunkte versucht, den Aspekt der Wirtschaftlichkeit mit dem Wunsch nach Identifikation harmonisch zu verbinden. Die komplexen organisatorischen Zusammenhänge eines Bauwerkes mit dem stündlichen Personendurchfluss von mehreren tausend Personen mussten in Einklang gebracht werden mit dem individuellen Wohlbefinden der einzelnen Fluggäste (auch wenn der Aufenthalt hier per definitionem recht kurz bemessen ist), den repräsentativen Ansprüchen des Flughafens und letzlich natürlich auch mit dem Anspruch günstiger Investitions- und Unterhaltungskosten. |
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Architektonisches Leitmotiv: "Poetik des Alltags" |
| Die Architektengemeinschaft von Martin Spühler mit Angélil/Graham/Pfenninger/Scholl konzentrierte sich hier ausgesprochen intensiv auf die Wege des Passagiers und versuchte diese als "Poetik des Alltags" in eine architektonische Form zu übersetzen. Das Poetische wird im Einfachen und Gewöhnlichen gefunden; die Anforderungen von Nutzung und Wirtschaftlichkeit werden mit einfachen gestalterischen Mitteln zur architektonischen Wirkung gebracht.
Nicht das Formale, sondern funktionale Qualitäten wie Bewegungsabläufe, Sichtbezüge, Lichtführung und nutzungsspezifische Raumwirkungen werden angestrebt. Zurückhaltung im Formalen und Priorität der Komfortansprüche bestimmen durchgängig die Haltung der ARGE Zayetta, die mit dem Dock Midfield komplexe Zusammenhänge aufnimmt und in ihren Wesensmerkmalen architektonisch umzusetzen versucht.
Wie sieht es nun konkret aus? Wie funktioniert das Dock Midfield, wenn es fertig ist? Dem schlichten Volumen auen steht eine reichhaltige Raumfolge innen, ganz im Sinne einer "promenade architecture", gegenüber. Tageslicht und vielfältige Sichtbezüge über vollverglaste raumhaltige Fassaden und große Oberlichter unterstützen eine leichte Orientierung. Rolltreppen verbinden die hellen, transparenten Innenräume untereinander. Mehrgeschossige Pflanzenhöfe gliedern das Bauwerk. Tagsüber führen diese Pflanzenhöfe natürliches Licht in das Innere des Gebäudes, und nachts wird der künstlich belichtete Raum zum effektvollen Leuchtkörper. Unverkleidete sinnliche Materialoberflächen und farbliche Kontraste wirken zusammen mit Signaletik, Werbung und Kunst.
Die abfliegenden Passagiere erreichen das Dock über die Skymetro und gelangen über Rolltreppen zur Sicherheitskontrolle im ersten Obergeschoss und von dort vorbei an Kommerzzonen zu den großen, vollverglasten Warteräumen mit den Gates. Im obersten Geschoss sind die Lounges vorgesehen sowie ein den Passagieren zugängliches Restaurant. Über Rampen und vorgelagerte Passerellen erreicht man schließlich von der Wartezone aus die Flugzeuge.
Die ankommenden Reisenden werden über dieselben Passerellen zu den Korridoren entlang der Fassaden geleitet und über die Rolltreppen in der Gebäudemitte direkt zur Skymetro-Station hinuntergeführt. Analog einem Schiffsdeck sind entlang des gesamten 487 m langen Gebäudes lineare Erschließungszonen angeordnet, die alle in der zentralen Halle, dem vertikalen Erschließungskern, zusammenlaufen. |
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"Lean-tech" für das Midfield Dock |
| Das Dach des Baukörpers ist räumlich abgeschlossen mit einer leichten Metallkonstruktion, die, ausgestattet mit Solarzellen, Teil der großen Photovoltaikanlage ist.
Die doppelten Glasfassaden in einem Abstand von 3,5 m bilden eine in energie-ökonomischer Hinsicht effiziente klimatische Pufferzone, die hier erstmals für ein Flughafengebäude zum Einsatz kam - auch wenn die Idee schon bei LeCorbusiers "mur neutralisant" thematisiert wurde. Energiepfähle versorgen Heizung und Kühlung zu einem Teil. Zum ressourcenschonenden Konzept des Docks Midfield gehört auch die Nutzung von Grauwasser. |
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Airside Center: Drehscheibe und Kommerzzentrum |
| Komplex und hoch sind die funktionalen und gestalterischen Anforderungen an das Airside Center. Als Transferzone, Aufenthalts- und Wartebereich und in den Untergeschossen als Ankunftsort, als Einkaufszentrum mit Cafés und Restaurants sowie als Arbeitsort zahlreicher Flughafenmitarbeiter muss diese luftseitige Drehscheibe sehr vielen Ansprüchen genügen.
Der Architekt Nicholas Grimshaw aus Großbritannien entwarf zusammen mit dem Schweizer Büro Itten+Brechbühl diesen 20 m langen eigenständigen Baukörper, der sich in seiner geschwungenen Form an die Fassaden der bestehenden Gebäude schmiegt und die beiden Fingerdocks an ihren Wurzeln miteinander verbindet. Daraus ergab sich, aufgrund notwendiger Abbrucharbeiten, ein recht komplexer Bauprozess. Die Idee, alle Funktionen unter einem Dach zusammenzufassen, bestimmt die homogene Wirkung des Airside Centers. Die gewölbte, flügelförmige Dachkonstruktion und die verglaste Fassade bestimmen seine Wirkung und die architektonische Qualität. Große V-förmige Stützen halten die Dachkonstruktion und spannen einen mehrgeschossigen Längsraum auf. Das zweite Obergeschoss ist als Galerie zurückgeschnitten. Die spezielle Flughafenatmosphäre wird durch die dynamische Raumwirkung von der Ladenfront hin zur vollverglasten Westfassade mit Ausblick zum Vorfeld betont.
Dreieckige Oberlichter lassen im hinteren Bereich des Daches Licht in die rückwärtigen Zonen einfallen, das sich weiter durch eine verglaste Bodenkonstruktion bis zur Ebene E1 entwickelt.
An den jeweiligen Enden des Airside Centers erreichen die Fluggäste die bestehenden Fingerdocks. Im zentralen Bereich befinden sich Rolltreppen und Lifte zur unterirdischen Einreisehalle mit Verbindung zur Skymetro-Station. Vielfältige Sichtbezüge und die offene Raumkomposition erlauben dem Fluggast eine direkte Orientierung. Helle und natürliche Materialien vermitteln Ruhe und schaffen eine angenehme Atmosphäre.
Die Geschäftsfronten der Retailzonen - fassadenseitig als einzelne Kommerzinseln konzipiert - sind in Metall und Glas konstruiert. Sie bieten so maximale Transparenz und sind gut einsehbar. Rolltore als Nachtabschluss der Ladenfronten heben den Übergang zwischen Ladezone und Airside Center Promenade auf. Offen gestaltete Bereiche zu den Terminals A und B eröffnen einen freien Blick auf das Vorfeld.
Im unteren Terrain befindet sich die Einreisehalle mit zweigeschossig ausgebildeter Skymetro-Station. Ein großzügiges Oberlicht in der Decke der Einreisehalle definiert die zentrale Warteschlangenbildung vor den Passkontrollstellen und eröffnet, bei gleichzeitiger natürlicher Belichtung, einen spektakulären Blick auf die Fassade des Airside Centers.
Als luftseitiges Kommerzzentrum des Flughafens wird das Airside Center nicht nur zu einem der umsatzstärksten Einkaufszentren in der Schweiz, sondern durch die großzügigen Wartebereiche zugleich ein angenehmer Aufenthaltsbereich für die Fluggäste. |
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Check-in näher zum anreisenden Fluggast |
| Der Bahnhofterminal über den SBB-Gleisen bietet mit bis zu 60 Schaltern ein rasches und komfortables Check-in für die Passagiere, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Schon heute wählen über 50 Prozent der Fluggäste Bus oder Bahn.
Zwischen den Parkhäusern A und B sorgt eine großzügige Halle mit markantem Glasdach von 1.000 m² für Übersicht und Transparenz über alle Geschosse. Die lichtdurchflutete Check-in-Halle für zugreisende Fluggäste leitet die Passagiere über Rolltreppen durch eine darüber liegende Laden- und Gastrozone direkt zur Passkontrolle beim Zugang zum Airside Center. Die landseitige Shopping Mall mit verglasten Laden- und Dienstleistungszonen wird als Galerie in den Lichthof der Bahnhofshalle gezogen und bietet neben seinem funktionalen Design eine hohe Aufenthaltsqualität. Auch Zuggästen, die nicht fliegen, bietet das erweiterte Shopping-Center seine atmosphärischen Vorzüge und ein internationales Ambiente. Die Fertigstellung des gesamten Komplexes geschieht bis Sommer 2004. |
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Unique One: Büro-Loft für effiziente Kommunikation |
| Der Flughafenausbau ist nicht die einzige Bautätigkeit von Unique. So entstand im Jahr 2000 auch Unique One, der neue Hauptsitz für die Unique-Angestellten. Von der Idee bis zur Fertigstellung verstrich ein knappes Jahr, wovon die Bauzeit dank Vorfertigung gerade mal sieben Monate betrug. Wichtigstes Ziel dieses in einer "High speed planning" entwickelten und realisierten Baus war die räumliche Manifestation der Fusion von zwei bestehenden Firmen zur neuen Firma Unique, die auf April 2000 vollzogen wurde. Seit Februar 2001 sind gegen 450 Angestellte als weltoffenes und dynamisches Team unter einem Dach vereint. Das zweigeschossige 9.500 m² große Büroloft besticht durch seine eingezogenen Galerien und Oberlichtbänder.
Das Personalrestaurant von Pia Schmid ist in seinem lebendigen, warmen Kontrast zu den Büros ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur. |
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